#WasKannKommune – Migrationspolitik! I.

Meine Mutter, Heike Müller-Otte, ist Bürgermeisterin der Gemeinde Moringen. Wir reden oft darüber, was Kommune kann und was eben nicht und wo Kommune Hilfe von Land und Bund bräuchte, um Probleme vor Ort anfassen zu können.

Die letzten Tage haben wir darüber geredet was Kommune für geflüchtete Menschen tun kann und das sagt meine Mutter:

Gerade in kleinen Kommunen gelingt uns die Integration von Geflüchteten. 2015 und 2016, als auf einmal viele Geflüchtete nach Moringen kamen, hatten wir sehr schnell ein gutes Netzwerk mit der Kreis- und Stadtverwaltung und vielen Ehrenamtlichen und gemeinsam haben wir es wirklich geschafft alle Geflüchteten dezentral unterzubringen und gut zu versorgen. Inzwischen haben sich aus den damaligen Patenschaften Freundschaften gebildet. Wir haben mit dem Bürger:innen geführten Second-Hand-Laden und dem Bürger:innentheater International zwei Projekte ins Leben gerufen, die das gegenseitige Kennenlernen, sowie das Lernen von Sprache unkompliziert möglich gemacht haben.

Teil der Wahrheit ist, dass wahnsinnig viel von ehrenamtlichem Engagement abhängig war und ist. Dass viele der Geflüchteten heute einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz haben, vielen ihren Führerschein machen konnten und alle so gut Deutsch sprechen, dass sie sich im Alltag gut zurechtfinden, das ist vor allem der Verdienst der Ehrenamtlichen. Sie haben häufig Aufgaben übernommen, die sie auch an ihre Grenzen gebracht haben und sie haben sehr, sehr viel Papierkram bewältigt.

Ehrenamt ist eine wichtige Säule unserer Gesellschaft und das ist auch gut so. Aber viel zu häufig sind Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, irgendwann frustriert von zu viel Bürokratie, zu wenig Wertschätzung und fehlendem Rückenwind aus den Rathäusern. Wir wollen als Verwaltungen ehrenamtlichen soviel Bürokratie wie möglich aus dem Weg räumen und die Unterstützung liefern, die gebraucht wird. Dafür brauchen wir mehr Stellen in der Geflüchteten-Sozialarbeit und in jedem Rathaus ein Ehrenamtsmanagement, dass für Ehrenamtliche Anlaufstelle ist und ihr Engagement koordiniert. Das werden wir uns als Kommunen alleine nicht leisten können, wir brauchen die Unterstützung von Bund und Land.

Veröffentlicht von ottekaro

Politikerin bei Bündnis 90/Die Grünen, Kandidatin der Grünen Jugend Niedersachsen zur Bundestagswahl 2021

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