#KINDKRANK = #MAMAKRANK

Und zwar nicht etwas, weil Mama sich die neueste Scharlachvariante aus dem Kindergarten hat mitbringen lassen, sondern, weil Papa ist im Beruf unabkömmlich und Mama kann ruhig mal zwei, drei Tag ausfallen und nächste Woche, wenn das zweite Kind hustet, dann auch da nochmal, da kräht kein Hahn nach… Nur in jedem 5. Fall nimmt der Vater einen Tag „kindkrank“. Wenn die „kindkrank“-Tage aufgebraucht sind, dann ist es sowieso schon gar keine Frage mehr, wer sich selber krank schreiben lassen muss, um zuhause den Nachwuchs zu betreuen, das sind die Mütter.Das währenddessen, weil Mama Schulbegleiterin ist, in der Schule ein Kind sitzt, das im Unterricht nicht mehr mitkommt, oder, Kolleg*innen auch bei Mama auf der Arbeit schimpfen, weil sie schon wieder für sie Überstunden schieben, dass sieht niemand, zumindest nicht Papa und schon gar nicht Papas Arbeitgeber. Die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit, die sich einmal mehr an der Verteilung von „kindkrank“-Tagen zeigt, ist kein naturgegebenes Gesetz. Hier schlägt einmal mehr das Patriarchat zu. Es erzählt uns, dass die Arbeit, die Frauen verrichten weniger Wert ist, dass es selbstverständlich ist, dass sie für Familie und vor allem den Mann zurück stecken und sich deshalb mal gefälligst nicht so anstellen! Viele Frauen haben da ein komisches Gefühl im Bauch. Ein Gefühl von „das ist unfair“! Es ist nicht fair, dass der Papa immer mit dem Argument um die Ecke kommt, mein Arbeitgeber braucht mich und ich muss nun mal arbeiten. Das mag vielleicht so sein, aber das heißt im Umkehrschluss, dass Mamas Arbeitgeber sie nicht braucht und das sie nicht arbeiten „muss“. Und jetzt komm mir nicht um die Ecke mit Gesellschaftskritik ala „aber willst du wirklich deinen Selbstwert an deiner Arbeit bemessen“? Solange du als Mann das tust, will ich das zumindest auch dürfen! Und jetzt sei leise und denk mal drüber nach, ob du deinem Arbeitgeber nicht auch ein paar „kindkrank“-Tage zumuten magst!

Veröffentlicht von ottekaro

Politikerin bei Bündnis 90/Die Grünen, Kandidatin der Grünen Jugend Niedersachsen zur Bundestagswahl 2021

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